Die Landschaft der Vertrauensinfrastruktur
Der Markt für Vertrauensinfrastruktur hat vier klar unterschiedene Quadranten. Der erste Schritt zur Bewertung Ihrer Optionen: zu wissen, wo die einzelnen Ansätze stehen und was sie für Ihre Organisation bedeuten.
Reifegrad bewertenDie meisten Organisationen setzen Identitätsverwaltung ein (wer worauf zugreifen darf), nur wenige haben in Kommunikationsvertrauen investiert (die Verifizierung, dass jede Nachricht authentisch, unverändert und zuordenbar ist). Mit den strenger werdenden regulatorischen Anforderungen in Europa wird die Lücke zwischen reinen Identitätslösungen und vollständigem Kommunikationsvertrauen zum strategischen Risiko. Diese Karte zeigt, wo die wichtigsten Ansätze stehen.
Die vier Quadranten der Vertrauensinfrastruktur
Dieses Modell ordnet die Landschaft der Vertrauensinfrastruktur entlang zweier Achsen: dem Grad der Zentralisierung (ob Vertrauen von einer einzigen Autorität abhängt) und der Reichweite des Vertrauens (ob eine Lösung nur die Identität abdeckt oder bis zur vollständigen Verifizierung der Kommunikation reicht).
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Quadrant descriptions
Zentralisierte Identität
Cloud-basierte Plattformen für Identitäts- und Zugriffsverwaltung sind stark darin, Nutzende zu authentifizieren und Berechtigungen über Unternehmensanwendungen hinweg zu verwalten. Sie beantworten die Frage «Wer darf worauf zugreifen?» zuverlässig und in grossem Umfang.
Okta ist stark bei Mitarbeitenden-Identitäten. CyberArk führt bei der Verwaltung privilegierter Zugriffe.
Verteilte Identität
Frameworks für dezentrale Identität verteilen die Verifizierung von Credentials auf mehrere Parteien, sodass nicht für jede Prüfung eine einzige Autorität befragt werden muss. Staatliche digitale Identität wird häufig hier vermutet, und ein Programm gehört tatsächlich hierher: Utahs State-Endorsed Digital Identity ist staatlich getragen und beruht dennoch auf KERI und ACDC, sie braucht daher keine zentrale Identitätsdatenbank für Verifizierung oder Sperrung. Die beiden europäischen Staats-Wallets gehören dagegen auf die zentralisierte Seite der Karte: Jede prüfende Stelle löst dieselben zentral betriebenen Register für den Vertrauensanker des Ausstellers und für den Sperrstatus auf, und beim grundlegenden Credential, der Schweizer E-ID und der EU-PID, ist der Aussteller der Staat. Die Speicherung beim Inhaber und die selektive Offenlegung sind real, sie liegen aber auf einer anderen Achse.
Initiativen für dezentrale Identität und Frameworks für verifizierbare Credentials. Utah SEDI ist die einzige staatliche Identität, die hier liegt; die Wallets von EUDI und swiyu liegen auf der zentralisierten Seite.
Zentralisiertes vollständiges Vertrauen
Klassische Anbieter von PKI und HSM bieten Verschlüsselung, Schlüsselverwaltung und zertifikatsbasiertes Vertrauen über zentralisierte Infrastruktur. Sie schützen Daten bei der Übertragung und im Ruhezustand, hängen dabei aber von zentralen Zertifizierungsstellen ab.
Thales liefert PKI-/HSM-Infrastruktur mit langer Erfahrung in der Verschlüsselung.
Verteiltes vollständiges Kommunikationsvertrauen
Verteilte Vertrauensinfrastruktur geht über die Identität hinaus: Sie verifiziert jede Nachricht, verfolgt die Herkunft und liefert Compliance-Attestierung, ohne von einer zentralen Autorität abzuhängen. Das ist der aufkommende Quadrant für Organisationen, die eine verifizierbare Herkunft von Nachrichten über Organisations- und Landesgrenzen hinweg brauchen.
Vereign ist in diesem Quadranten tätig, mit dezentralem Schlüsselmanagement (DKMS), Verifizierung auf Nachrichtenebene und grenzüberschreitender Compliance-Attestierung.
Verteiltes vollständiges Kommunikationsvertrauen ist der einzige Quadrant, der das Opt-out nach Artikel 71 EHDS durchgehend einhalten kann: Der Widerruf der Einwilligung muss jede Institution erreichen, die abgeleitete Daten hält, und keine zentrale Autorität kann ihn kaskadieren.
These zur Einwilligungsarchitektur lesen33 Mrd. $
IAM-Marktgrösse (2025)
Marktkontext
Allein der Markt für Identitäts- und Zugriffsverwaltung wird 2025 auf 33 Milliarden US-Dollar geschätzt und wächst um 10,4 % pro Jahr. Doch Identität ist nur eine Dimension von Vertrauen. Da europäische Regelwerke wie DORA, NIS2, EHDS und eIDAS 2.0 die verifizierbare Nachrichtenintegrität verlangen, brauchen Organisationen Lösungen, die über die Frage «Wer hat sich angemeldet?» hinausgehen und beantworten: «Ist diese Nachricht authentisch und nachweislich unverändert?» Noch dringlicher wird diese Lücke, weil KI-Systeme verändern, wie Entscheidungen zustande kommen. Ohne verifizierbaren Nachweis der Datenherkunft können Organisationen weder den Eingaben ihrer KI-Systeme noch deren Ergebnissen vertrauen. Authentische Daten sind die Voraussetzung für vertrauenswürdige KI.
Wo steht Ihre Organisation?
Die meisten Organisationen bewegen sich im Quadranten unten links: starke Identität, aber kein Vertrauen auf Nachrichtenebene. Das Reifegradmodell für Vertrauensinfrastruktur zeigt Ihnen Ihre heutige Position und die nächste Stufe.
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Ob Sie Vertrauensinfrastruktur für eine bestimmte Branche prüfen oder Partnerschaftsmöglichkeiten erkunden: Wir helfen Ihnen, sich in dieser Landschaft zu orientieren.