Anwendungsfall
800.000 verifizierte Zustellungen. Jeden Monat.
HIN ersetzt eine über 25 Jahre alte S/MIME-Infrastruktur durch Verimesh und verarbeitet damit heute über 800.000 verifizierte Zustellungen pro Monat im Schweizer Gesundheitswesen.
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Die Herausforderung
HIN (Health Info Net) betreibt das schweizerische Gesundheitsinformationsnetz, das Kommunikationsrückgrat zwischen Spitälern, Arztpraxen, Laboren, Apotheken und Pflegeeinrichtungen im ganzen Land. Über 25 Jahre hinweg hat das HIN Mail Gateway den Austausch sensibler Gesundheitsdaten mit S/MIME-Domänenverschlüsselung abgewickelt, dem Standard seiner Zeit.
Anfang der 2020er-Jahre haben drei zusammenlaufende Entwicklungen im Schweizer Gesundheitswesen deutlich gemacht, dass die bestehende Infrastruktur nicht nur ein Upgrade braucht, sondern ein grundlegendes Umdenken:
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Datengestützte Versorgung
Immer mehr klinische Daten, von Diagnoseergebnissen über Überweisungen und Rezepte bis zu Behandlungsplänen, überschreiten heute routinemässig institutionelle Grenzen. Jede Übergabe braucht eine verifizierte Herkunft: Wer eine Nachricht erhält, muss nicht nur wissen, dass sie angekommen ist, sondern auch, von wem sie stammt und dass sie unverändert ist. Eine Verschlüsselung auf Domänenebene kann die Absenderverifizierung pro Nachricht nicht leisten.
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Dezentrale Versorgung und Pflege zu Hause
Die Versorgung verlagert sich über die Spitalmauern hinaus. Spitex, Telemedizin, kantonsübergreifende Zusammenarbeit und Behandlungsteams aus mehreren Leistungserbringern brauchen sichere Kommunikation zwischen Beteiligten, die noch keine Vertrauensbeziehung haben. Ein Gateway-Modell für ein geschlossenes Netz bekannter Institutionen lässt sich auf diese neuen Kommunikationsmuster nicht übertragen.
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Kosten- und Effizienzdruck
Die Wartungskosten der Altsysteme sind gestiegen, während die Gesundheitsbudgets geschrumpft sind. Das 25 Jahre alte Gateway hat laufendes Zertifikatsmanagement, bilaterale Vertrauensvereinbarungen zwischen Domänen und spezialisierten Wartungsaufwand verlangt, und das für eine Infrastruktur, die immer mehr zur Einschränkung statt zur Grundlage geworden ist.
Für HIN ging es nicht um ein kleines technisches Upgrade, sondern um den Ersatz des Vertrauensmodells im Fundament der Schweizer Gesundheitskommunikation: und das ohne Störung eines Netzes, das jährlich Millionen sensibler Nachrichten verarbeitet und für das Schweizer Gesundheitssystem kritische Infrastruktur ist.
Die Schweiz hat einen der weltweit höchsten Standards für Datenschutz und Patientensicherheit. Diesen Anspruch zu erfüllen verlangt eine Vertrauensinfrastruktur, die nicht von einem zentralen Anbieter abhängt. Genau das hat Vereign gemeinsam mit uns für die Zukunft vorbereitet: eine Architektur, in der jede Organisation ihre digitale Identität souverän kontrolliert. Diese strategische Übereinstimmung zwischen HIN und Vereign ist kein Zufall: Sie beruht auf einem gemeinsamen Verständnis davon, wie digitale Souveränität im Gesundheitswesen funktionieren muss. Die Zusammenarbeit ist bereichernd, verlässlich und ehrlich. Einfach machen, auf Augenhöhe.
Drei Jahre Zusammenarbeit mit Vereign an innovativen Produkten wie SEAL und Stargate, und die Beständigkeit hat nie nachgelassen. Jede Komponente, die sie liefern, funktioniert wie angefordert und dokumentiert. Der Betrieb läuft reibungslos, reaktionsschnell und entschlossen. Probleme werden direkt angegangen und schnell gelöst. Wenn Ihr Team auf Lieferung und Qualität des Infrastrukturpartners vertrauen kann, hört Transformation auf, ein Risiko zu sein, und wird zu einer technischen Frage.
Die Lösung
Vereign und HIN haben im März 2023 eine strukturierte Zusammenarbeit begonnen, mit einem Proof of Concept zur Frage, ob Mail over SSI (sichere, verifizierbare E-Mail-Kommunikation auf Basis dezentraler Identität) das Gateway-Modell ersetzen kann, ohne bestehende Arbeitsabläufe zu stören.
Nach zwei erfolgreichen Proof-of-Concept-Phasen hat Vereign SEAL (Secure Edge Application Layer) eingeführt, den Ausgangspunkt der späteren Kommunikationsschicht auf Verimesh. Statt die E-Mail-Infrastruktur, die die HIN-Teilnehmenden bereits nutzen, von Anfang an zu ersetzen, nutzt SEAL verschlüsselte Swarm-Zustellung: Nachrichten erreichen auch unsichere Endgeräte sicher, mit Gewähr für die Authentizität des Absenders. Wer eine Nachricht erhält, kann unabhängig darauf zugreifen, sich vergewissern, dass sie weder verändert noch abgefangen wurde, und sicher an die behandelnde Praxis antworten.
Aus Sicht von HIN ist die laufende betriebliche Transformation bedeutend: Nach 25 Jahren S/MIME-Vorherrschaft markiert SEAL den Beginn einer schrittweisen Einführung von Verimesh, die widerstandsfähiger und besser prüfbar ist und sich architektonisch auf die neuen Versorgungsmuster des Schweizer Gesundheitswesens ausdehnen lässt. Vereign begleitet HIN im laufenden Betrieb: mit Support im Second und Third Level, mit Beiträgen zur Produktentwicklung und mit dem Aufbau technischer Kompetenz in der HIN-Organisation für den langen Weg der Transformation.
Technisches Detail
Von S/MIME zu Verimesh
Das bisherige HIN Mail Gateway basierte auf S/MIME-Domänenverschlüsselung, einem Zertifikatsmodell, bei dem Vertrauen auf Domänenebene verankert und von zentralisierten Zertifizierungsstellen verwaltet wird. Dieses Modell funktionierte gut für ein geschlossenes Netzwerk, in dem HIN selbst für jeden Teilnehmer bürgen konnte. Es stösst jedoch an strukturelle Grenzen, wenn die Gesundheitskommunikation zuverlässig institutionelle und Domänengrenzen überschreiten muss.
SEAL wurde als erster Schritt in diesem Übergang eingesetzt: verschlüsselte Swarm-Zustellung für die sichere Kommunikation mit Empfängern ausserhalb des HIN-Netzwerks. Verimesh baut auf diesem Fundament auf und nutzt DKMS-basierte Identität (Decentralised Key Management System, aufgebaut auf KERI), bei der jeder Teilnehmer seine eigene kryptografische Identität hält, verankert in einem verteilten Key-Event-Log. Es gibt keine zentrale Instanz, die einen Single Point of Failure darstellen, widerrufen oder kompromittiert werden könnte.
Von S/MIME zu VERIMESH Mail. SEAL ist das eigenständige Einstiegsprodukt; VERIMESH Mail Hub ersetzt das Legacy-S/MIME-Mail-Gateway, behält dabei jedoch S/MIME auf der Leitungsebene für Abwärtskompatibilität bei. Dies ermöglicht eine organische Migration im Laufe der Zeit (ohne erzwungenen Umstellungstermin, ohne Unterbrechung bestehender Vertrauensbeziehungen) und baut gleichzeitig schrittweise eine widerstandsfähigere, revisionssicherere und skalierbarere Vertrauensinfrastruktur auf.
Zeitplan der Einführung
Die Partnerschaft hat im März 2023 als strukturierter Proof of Concept begonnen und über strenge Validierungsphasen bis zum vollständigen Produktivbetrieb geführt. Die Zeitachse unten zeigt jeden Meilenstein vom ersten POC bis zur landesweiten Einführung 2026.
Architekturüberblick
Verimesh funktioniert als Mesh aus Vertrauensknoten. Jede teilnehmende Organisation (im Fall von HIN: Spitäler, Arztpraxen, Labore und Pflegeinstitutionen) ist über ein Verimesh-Gateway angebunden, das Identitätsmanagement, Nachrichtenauthentifizierung, Beglaubigungsprüfung und Richtliniendurchsetzung lokal übernimmt.
Der Rollout erfolgt schrittweise. Im Jahr 2026 ist das Ziel, die Gateways in Spitälern und anderen Institutionen durch Verimesh-Knoten zu ersetzen. Die HIN Clients in den Arztpraxen der ganzen Schweiz folgen, ohne angekündigtes Datum. Dieser mehrjährige Übergang, der von Vereign begleitet wird, ermöglicht ein schrittweises Wachstum des Netzwerks ohne die Disruption einer erzwungenen Migration.
Für vollständige architektonische Details siehe die Verimesh-Seite.
Die Ergebnisse
800.000+
verifizierte Zustellungen pro Monat
Heute verarbeitet SEAL im Schweizer Gesundheitswesen über 800.000 verifizierte Zustellungen pro Monat. Jede Nachricht wird pro MIME-Teil verschlüsselt und fragmentiert, sodass Empfangende sicher sein können, dass sie unverändert ankommt; für jeden Austausch bleibt ein prüfbarer Nachweispfad.
Die Partnerschaft ist längst über ihre Anfänge als Technologiepilot hinausgewachsen. Vereign und HIN arbeiten heute als enge Technologie- und Geschäftspartner zusammen: Vereign unterstützt HIN im Tagesgeschäft, leistet Second- und Third-Level-Support, trägt zur Produkt-Roadmap von HIN bei und baut in der HIN-Organisation gezielt die technische Kompetenz für den gesamten weiteren Transformationsweg auf.
Die weitere Einführung erfolgt in Etappen: Für 2026 sind VERIMESH Mail Nodes in Spitälern und Institutionen in der ganzen Schweiz geplant. Die HIN Clients in den Arztpraxen folgen, ohne angekündigtes Datum, womit Verimesh schrittweise landesweit zur Vertrauensschicht der Schweizer Gesundheitskommunikation wird.
Roadmap ab 2026
VERIMESH Mail Nodes in Spitälern und Institutionen
Veraltete S/MIME-Gateways werden in Schweizer Spitälern und Gesundheitseinrichtungen durch Verimesh-Nodes ersetzt, womit eine bilaterale Vertrauensinfrastruktur auf institutioneller Ebene entsteht.
HIN Clients in Arztpraxen
Verimesh wird auf einzelne Arztpraxen in der ganzen Schweiz ausgeweitet und der Wechsel von der veralteten Kommunikationsinfrastruktur zum nationalen Vertrauensnetz abgeschlossen.
Über das Gesundheitswesen hinaus
Die für HIN eingeführte Vertrauensarchitektur ist nicht auf das Gesundheitswesen beschränkt. Vor derselben strukturellen Aufgabe steht jede Umgebung, in der sensible Kommunikation Organisationsgrenzen überschreitet und in der die Identität des Absenders und die Integrität einer Nachricht ohne zentrale Stelle unabhängig verifizierbar sein müssen.
In den Finanzdienstleistungen verlangen institutionsübergreifende Compliance-Prozesse und die regulatorische Berichterstattung dieselbe Ende-zu-Ende-Verifizierbarkeit. In der öffentlichen Verwaltung brauchen behördenübergreifende Identitätsföderation und sichere Kommunikation zwischen Ministerien ein Vertrauensmodell, das über den Perimeter einer einzelnen Organisation hinaus tragfähig ist. In der Lieferkette braucht die Herkunftsverifizierung über mehrere Jurisdiktionen und Logistikpartner hinweg genau die dezentrale, prüfbare Vertrauensschicht, die Verimesh bereitstellt.
Was HIN im Gesundheitswesen landesweit validiert hat, lässt sich überall einsetzen, wo regulierte Kommunikation Organisationsgrenzen überschreitet. Der Nachweis läuft bereits im Produktivbetrieb.
Die Zusammenarbeit fortsetzen
Vereign und HIN haben das Health Innovation Centre gemeinsam gegründet: als Ort für strukturierte Zusammenarbeit und Innovation bei Vertrauensinfrastruktur im Gesundheitswesen. HIN ist Teil des Steuerungsausschusses, und das Programm stützt sich unmittelbar auf die Betriebserfahrung aus dieser Installation.
Health Innovation Centre entdecken →Bereit, Legacy-Vertrauensinfrastruktur zu ersetzen?
Verimesh ist im nationalen Massstab im Schweizer Gesundheitswesen im Einsatz. Schildern Sie uns Ihre regulierte Umgebung — wir erarbeiten in einem 30-minütigen Gespräch den Bereitstellungsweg.